Sturm und Pein

Das Neueste ist, daß ein rasendes Selbstumbringen hier herrscht, nicht anders, als ob die Leute ganz gewiß wüßten, daß sie jenseits schnurstraks in den Himmel hineinspringen konnten“ Ignaz an Franz Schubert, 1824
Heimlich übt Schubert im Konvikt eine Mozart-Sonate und wird dabei von seinem Freund Joseph (von Spaun) überrascht. „Er war dabei sehr scheu und schamrot, aber mein Beifall erfreute ihn. Er vertraute mir an, daß er seine Gedanken öfter heimlich in Noten bringe; aber der Vater dürfe es nicht wissen, da er durchaus nicht wolle, daß er sich der Musik widme. Ich steckte ihm dann zuweilen Notenpapier zu.“
Franz hat Unterricht bei Wenzel Ruzicka, der Hoforganist am Burgtheater ist. Doch bald schon kann sein Lehrer ihm nichts mehr beibringen und macht seinen berühmten Kollegen, den Hofkapellmeister Antonio Salieri auf den Jungen aufmerksam. Salieri erkannt sofort die Begabung des Konvikten und verspricht ihm kostenlos Privatstunden zu geben. Salieri, der große Lehrer Wiens unterrichtet auch Beethoven, Hummel und Liszt.
Dieser musikalische  Übereifer ist dem Vater gar nicht recht. Eine musikalische Ausbildung soll dazu dienen, ein guter Lehrer zu werden, aber nicht etwa Musiker!
Ein Streit ist abzusehen: da Franz in seinen sonstigen schulischen Leistungen nachläßt bekommt er als Strafe neben dem Kompositionsverbot auch Hausverbot. Dazu erzogen, die Eltern zu verehren, die Mutter zu lieben und dem Vater unbedingten Gehorsam zu leisten, gerät Franz in größten Konflikt. Spaun spricht von einen ,Sturm‘, der in dem Jungen ausbricht.
Er will Seinem Freund Franz helfen und sammelt eine ansehnliche Menge günstiger Urteile über Schuberts Kompositionen. Doch der Vater ist unerbittlich:
Nicht einmal zum Tod der Mutter darf Franz nach Hause. Der Schmerz des 15-jährigen muß grenzenlos gewesen sein.

Heimlich übt Schubert im Konvikt eine Mozart-Sonate und wird dabei von seinem Freund Joseph (von Spaun) überrascht. „Er war dabei sehr scheu und schamrot, aber mein Beifall erfreute ihn. Er vertraute mir an, daß er seine Gedanken öfter heimlich in Noten bringe; aber der Vater dürfe es nicht wissen, da er durchaus nicht wolle, daß er sich der Musik widme. Ich steckte ihm dann zuweilen Notenpapier zu.“

Franz soll bei bei Wenzel Ruzicka, der Hoforganist am Burgtheater ist, Generalbaß lernen. Schon nach der zweiten Stunde kann sein Lehrer ihm nichts mehr beibringen und macht seinen berühmten Kollegen, den Hofkapellmeister Antonio Salieri auf den Jungen aufmerksam. Salieri erkennt sofort die Begabung des Konvikten und verspricht, ihm kostenlose Privatstunden zu geben. Salieri, der große Lehrer Wiens, zu dessen Schülern auch Beethoven, Hummel und Liszt gehören!

Dieser musikalische  Übereifer ist dem Vater gar nicht recht. Eine musikalische Ausbildung soll dazu dienen, ein guter Lehrer zu werden, aber nicht etwa Musiker!

Ein Streit ist abzusehen: Da Franz in seinen sonstigen schulischen Leistungen nachgelassen hat, bekommt er als Strafe neben dem Kompositionsverbot auch Hausverbot. Dazu erzogen, die Eltern zu verehren, die Mutter zu lieben und dem Vater unbedingten Gehorsam zu leisten, gerät Franz in größten Konflikt. Erziehungsprinzipien, die in dem aktuellen Film ,Das weiße Band‘ mit bedrückender Intensität gezeigt werden.

Spaun spricht von einen ,Sturm‘, der in dem Jungen ausbricht.

Er will seinem Freund Franz helfen und sammelt eine ansehnliche Menge günstiger Urteile über Schuberts Kompositionen. Doch der Vater ist unerbittlich:

Nicht einmal zum Tod der Mutter darf Franz nach Hause. Der Schmerz des 15-jährigen muß grenzenlos gewesen sein. Er vertont von Friedrich Schiller:

Mit erstorbnem Scheinen
Steht der Mond auf totenstillen Hainen,
Seufzend streicht der Nachtgeist durch die Luft.
Nebelwolken schauern,
Sterne trauern
Bleich herab wie Lampen in der Gruft.
Dumpfig schollerts überm Sarg zum Hügel,
O um Erdballs Schätze nur noch einen Blick!
Starr und ewig schließt des Grabes Riegel,
Dumpfer – dumpfer schollerts überm Sarg zum Hügel,
Nimmer gibt das Grab zurück.

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1 Response to “Sturm und Pein”


  1. 1 Pierre Even Montag, 26, Oktober, 2009 um 6:31 am

    Liebe Susanne,
    Deine Blogs über Franz Schubert habe ich mit Freude und Nachdenklichkeit gelesen. Besonders aber hat mich der Link auf den aktuellen Film „Das weiße Band“ berührt, den ich, nach Wiesbaden zurückgekehrt, ganz sicher ansehen werde – ein für uns schon ganz fernes Gesellschaftsmodell, das aber überall auf der Welt noch erschreckend präsent ist. Vielen Dank!
    Herzlichst, Pierre


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