„Lasst uns ihm folgen, in der Kunst…“

Wer war der Mann, der neben Paganini als der größte Geiger seiner Zeit gefeiert wird, als Komponist hochgeschätzt ist, als Dirigent ein internationaler Star und als Organisator von Musikfestivals überall gefragt? Dessen Violinschule Schüler aus ganz Europa anzieht und dessen Ausbildung zum Markenzeichen wird? Zu dessen Bewunderern nicht nur Kollegen wie Beethoven, Paganini, Liszt, Mendelssohn und Schumann gehören, sondern auch Goethe, die Brüder Grimm, Alexander von Humboldt…
Louis (Ludewig) Spohr
5. April 1784 – 22. Oktober 1859
Mit fünf Jahren überzeugt er seinen Vater auf einem Jahrmarkt, ihm einen Geige zu kaufen. Bereits mit zwölf Jahren tritt er mit seinem Lehrer im elterlichen Salon mit selbst komponierten Duetten auf:
Die nun folgende Karriere ist steil und macht ihn zu einem der berühmtesten Musiker seiner Zeit.
Bis zum Herzog von Braunschweig ist sein Ruhm gedrungen, der sogleich anbietet, das Talent diese außerordentlichen Jungen zu fördern: Bereits mit 15 Jahren wird er zum Kammermusiker des Hofes ernannt und mit seinem neuen Violinlehrer auf Tournee nach Rußland geschickt. Spohrs Ruhm verbreitet sich so rasch, dass ihn der Herzog nach seiner Heimkehr schon ziehen lassen muß: Louis bekommt mit gerade 18 Jahren die Konzertmeisterstelle in Gotha angeboten. Dort lernte er seine Dorette Scheidler kennen, eine hervorragende Harfenistin, die er heiratet und die ihm zur musikalischen Partnerin wird. Gemeinsam unternehmen die beiden Tourneen und es entstehen herausragenden Werken für Violine Und Harfe.
1813 folgt er einem Ruf als Kapellmeister ans Theater an der Wien. Von Theaterintrigen stark enttäuscht und in seiner Arbeit behindert, verläßt er Wien allerdings bereits nach zwei Jahren und macht sich zu Konzertreisen durch die Schweiz, Italien und Holland auf. Eine Kapellmeisterstelle, die er 1817 in Frankfurt am Main antritt, gibt er ebenfalls wegen anhaltender Intrigen bald auf: „Daß wir ihn verlieren ist das Schlimmste nicht, das Schlimmste ist, daß er nichts an uns verliert.“ Ausgedehnte Reisen nach Belgien, Paris und London folgen.
Ruhmgekrönt kehr er zurück und folgt der Berufung zum Hofkapellmeister nach Kassel. Dort gründete einen Verein für Oratorienmusik und macht des Orchesters zu einem der besten in ganz Deutschland. Als das Theater 1832 geschlossen werden sollt, kann Spohr sein Orchester fast vollständig retten. Durch seine unverhohlenen liberalen Ansichten gerät er in Zeiten der Zensur immer stärker in Konflikt zum Kurfürsten. So kann selbst die Bitte Metternichs (!) den Kurfürsten nicht dazu bewegen, Spohr zu zwei Aufführungen seines Oratoriums „Der Fall Babylon“ nach Wien reisen zu lassen.
1857 wird er zwangspensioniert.
Spohrs Œvre umfaßt neben reichhaltiger Violinliteratur auch Streichquartette, die von Zeitgenossen in eine Reihe mit denen von Haydn, Mozart, Beethoven gestellt wurden. Seine Oper „Faust“ gilt als erste „durchkomponierte “ Oper. Maßgeblich ist er an der Entwicklung der sog. „Leitmotiv-Technik“ beteiligt, nicht umsonst studiert Wagner gerade seine Opern eingehend. Seine Sinfonien, von Kollegen bewundert und musikalisch zitiert, sind heute aus den Abonnementskonzert verschwunden. Was wäre die musikalische Entwicklung des 19. Jahrhunderts ohne ihn?

Es gibt in allen Bereichen die Besonderen, die Herausragenden, die Mozarts, Einsteins, Horowitz‘, die vergessen lassen, dass es auch sehr viele „Sehr Gute“ gibt, die bestenfalls im „Papierkorb der Geschichte obenauf liegen geblieben sind“ (Tucholsky). Einer von diesen ist der Komponist

Louis Spohr, 1784 – 1859

Wer ist der Mann, der neben Paganini als der größte Geiger seiner Zeit gefeiert wird, als Komponist hochgeschätzt ist, als Dirigent ein internationaler Star und als Organisator von Musikfestivals überall gefragt? Dessen Violinschule Schüler aus ganz Europa anzieht und dessen Ausbildung zum Markenzeichen wird? Zu dessen Bewunderern nicht nur Kollegen wie Beethoven, Paganini, Liszt, Mendelssohn und Schumann gehören, sondern auch Goethe, die Brüder Grimm, Alexander von Humboldt…

Mit fünf Jahren überzeugt er seinen Vater auf einem Jahrmarkt, ihm einen Geige zu kaufen. Bereits mit zwölf Jahren tritt er mit seinem Lehrer im elterlichen Salon mit selbst komponierten Duetten auf:

LSpohr

Die nun folgende Karriere ist steil und macht ihn zu einem der berühmtesten Musiker seiner Zeit.

Bis zum Herzog von Braunschweig ist sein Ruhm gedrungen, der sogleich anbietet, das Talent dieses außerordentlichen Jungen zu fördern: Bereits mit 15 Jahren wird er zum Kammermusiker des Hofes ernannt und mit seinem neuen Violinlehrer auf Tournee nach Rußland geschickt. Spohrs Ruhm verbreitet sich so rasch, dass ihn der Herzog nach seiner Heimkehr schon ziehen lassen muß. Louis bekommt mit gerade 18 Jahren die Konzertmeisterstelle in Gotha angeboten. Dort lernt er Dorette Scheidler kennen, eine hervorragende Harfenistin, die er heiratet und die ihm zur musikalischen Partnerin wird. Gemeinsam unternehmen die beiden Tourneen und es entstehen herausragende Werken für Violine und Harfe.

1813 folgt er einem Ruf als Kapellmeister ans Theater an der Wien. Von Theaterintrigen stark enttäuscht und in seiner Arbeit behindert, verläßt er Wien allerdings bereits nach zwei Jahren und macht sich zu Konzertreisen durch die Schweiz, Italien und Holland auf. Eine Kapellmeisterstelle, die er 1817 in Frankfurt am Main antritt, gibt er ebenfalls wegen anhaltender Intrigen bald auf: „Daß wir ihn verlieren ist das Schlimmste nicht, das Schlimmste ist, daß er nichts an uns verliert.“ (der Schriftsteller Ludwig Börne) Ausgedehnte Reisen nach Belgien, Paris und London folgen.

DBP_1959_316_Louis_Spohr

Briefmarke von 1959

Ruhmgekrönt kehrt er zurück und folgt der Berufung zum Hofkapellmeister nach Kassel. Dort gründet er einen Verein für Oratorienmusik und macht das Orchester zu einem der besten in ganz Deutschland. Als das Theater 1832 geschlossen werden soll, kann Spohr sein Orchester fast vollständig retten. Durch seine unverhohlen liberalen Ansichten gerät er aber in Zeiten der Zensur immer stärker in Konflikt zum Kurfürsten. So kann selbst die Bitte Metternichs (!) den Kurfürsten nicht dazu bewegen, Spohr zu zwei Aufführungen seines Oratoriums „Der Fall Babylon“ nach Wien reisen zu lassen.

1857 wird er zwangspensioniert.

Spohrs Œuvre umfaßt neben reichhaltiger Violinliteratur auch Streichquartette, die von Zeitgenossen in eine Reihe mit denen von Haydn, Mozart, Beethoven gestellt wurden. Seine Oper Faust gilt als erste „durchkomponierte“ Oper. Maßgeblich ist er an der Entwicklung der sog. „Leitmotiv-Technik“ beteiligt, nicht umsonst studiert Wagner gerade seine Opern eingehend. Seine Sinfonien, von Kollegen bewundert und musikalisch zitiert, sind heute aus den Abonnementskonzerten verschwunden. Doch was wäre die musikalische Entwicklung des 19. Jahrhunderts ohne ihn?

Der Anfang aus seinem bild-2_06Septett op. 147 mag das zeigen.

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