Felix, der Glückliche

„Jeden Morgen erhalte ich vom Autor des Faust einen, jeden Nachmittag zwei Küsse.“ schreibt der Dreizehnjährige Felix Mendelssohn-Bartholdy nach Hause.
1809 in Hamburg geboren, bekommt der der Junge von klein an die beste Ausbildung, die sich der Vater leisten kann: es gibt einen Privatlehrer für die allgemeinen Fächer wie Lesen, Schreiben, Rechnen, einen weiteren für die Sprachen Griechisch, Latein, Englisch, Französisch, einen für Klavier, einen für Violine, etwas später kommt die Bratsche hinzu und der Goethefreund Carl Friedrich Zelter kann für den Unterricht in Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt gewonnen werden.
Natürlich darf in einem bürgerlichen Haushalt nicht die gründliche Unterweisung im Tanzen fehlen. Selbst einen eigenen Hauslehrer für Zeichnen und Malen bekommt der Junge.
Für freie Stunden bleibt da allerdings nicht viel Zeit übrig. „Müßiggang“ wird nicht gerne gesehen und den Kindern eingeprägt, dass dieser „aller Laster Anfang“ sei.
Dem altklugen Kind wurde nicht nur die musikalische Begabung in die Wiege gelegt, sondern auch eine gehörige Portion Disziplin, mit enormem Fleiß zu lernen.
So verwundert es nicht, dass die Liste seiner Kompositionen mit 12 Jahren länger ist als die mancher Dreißigjährigen: zwei Singspiele, elf geistliche, fünf weltliche Chorwerke, acht (!) Sinfonien für Streicher, zwei Konzerte für zwei Klaviere, Violinkonzerte, sechs Kammermusikwerke, 26 Stücke für Klavier, sieben für Orgel, acht Lieder …
So stupend die technische Versiertheit des Knaben zu dem Zeitpunkt schon ist, sie wäre nicht der Erwähnung wert, wenn da nicht ab und zu etwas ganz Eigenes, Unverwechselbares durchschimmerte.
Es ist an der Zeit, den Knaben der Welt vorzuführen und Lehrer Zelter meldet sich mit Felix 1821 bei Goethe in Weimar an.
„Beobachte Dich streng, setze  und halte Dich besonders bei Tisch anständig. Dass Du fromm und sittsam seiest, das brauch ich Dir wohl nicht zu empfehlen.“ Mit den Ermahnungen des Vaters ausgestattet, treffen Felix und Zelter am 3. November in Weimar ein.
Der Zweiundsiebzigjährige ist beeindruckt und findet schnell Gefallen an dem Jungen. Immer wieder fordert er ihn auf, für ihn zu spielen: „ Ich spiele hier mehr als zu Hause, zuweilen sechs, ja wohl gar acht Stunden.“ so berichtet Felix nach Hause.
Goethe organisiert Kammermusikabende, die dem Knaben die Gelegenheit geben, sich als Komponist wie als Virtuose gleichermaßen zu präsentieren. Die Tür zur Welt ist geöffnet.

„Jeden Morgen erhalte ich vom Autor des Faust einen, jeden Nachmittag zwei Küsse.“ schreibt der Dreizehnjährige Felix Mendelssohn-Bartholdy nach Hause.

1809 in Hamburg geboren, bekommt der Junge von klein an die beste Ausbildung, die sich der Vater leisten kann: es gibt einen Privatlehrer für allgemeine Fächer wie Lesen, Schreiben, Rechnen, einen weiteren für die Sprachen Griechisch, Latein, Englisch, Französisch, einen für Klavier, einen für Violine, etwas später kommt die Bratsche hinzu und der Goethefreund Carl Friedrich Zelter kann für den Unterricht in Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt gewonnen werden.

Natürlich darf in einem bürgerlichen Haushalt nicht die gründliche Unterweisung im Tanzen, Malen und Zeichnen fehlen. Für freie Stunden bleibt da allerdings nicht viel Zeit übrig. „Müßiggang“ wird zu dieser Zeit nicht gerne gesehen und den Kindern eingeprägt, dass dieser „aller Laster Anfang“ sei. Dem altklugen Knaben war nicht nur große musikalische Begabung in die Wiege gelegt worden, sondern auch eine gehörige Portion Disziplin, mit enormem Fleiß zu lernen.

Die Liste der Kompositionen des Zwölfjährigen ist länger ist als die manch Dreißigjährigen: zwei Singspiele, elf geistliche, fünf weltliche Chorwerke, acht (!) Sinfonien für Streicher, zwei Konzerte für zwei Klaviere, Violinkonzerte, sechs Kammermusikwerke, 26 Stücke für Klavier, sieben für Orgel, acht Lieder …

So stupend die technische Versiertheit des Knaben zu dem Zeitpunkt auch ist, sie wäre nicht der Erwähnung wert, wenn da nicht ab und zu etwas ganz Eigenes, Unverwechselbares durchschimmerte. Das erkannt zu haben, ist das eigentliche Verdienst des Lehrers Zelter.

Er beschließt, seinen Schützling dem langjährigen Freund Goethe vorzuführen und meldet sich 1821 in Weimar an. „Beobachte Dich streng, setze und halte Dich besonders bei Tisch anständig. Daß Du fromm und sittsam seiest, das brauche ich Dir wohl nicht zu empfehlen.“ Mit diesen Ermahnungen des Vaters ausgestattet, trifft Felix am 3. November in Weimar ein.

FelixM Felix mit 13 Jahren

Der Zweiundsiebzigjährige Geheimrat ist beeindruckt vom Talent des Jungen und findet schnell Gefallen an ihm. Immer wieder fordert er ihn auf, für ihn zu spielen: „Ich spiele hier mehr als zu Hause, zuweilen sechs, ja wohl gar acht Stunden.“ so berichtet Felix nach Hause.

Goethe organisiert Kammermusikabende, die Felix die Gelegenheit geben, sich als Komponist wie als Virtuose gleichermaßen zu präsentieren. Die Tür zur Welt ist geöffnet.

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