Von der Studentenbude an den Hof Esterházy

Der Stimmbruch setzt bei jedem Sängerknaben    https://fortepiano.wordpress.com/2009/06/14/erkennen-sie-die-melodie/      ein natürliches Ende. Bei Haydn ist es  etwa mit seinem 18. Lebensjahr vorbei. Er bezieht https://fortepiano.wordpress.com/2009/06/07/„…dieses-elende-brot“/   dank der Unterstützung eines Wiener Kaufmanns ein Zimmer nahe dem Burgtheater und beginnt mit dem Studium theoretischer Schriften: Der „Gradus ad Parnassum“ von Fux gehört dazu ebenso wie der „Vollkommene Kapellmeister“ von Mattheson  https://fortepiano.wordpress.com/2009/04/19/schlagerei-am-gansemarkt/
Den größten Einfluß hatten aber die Clavier-Sonaten Carl Phillipp Emanuel Bachs.„Da kam ich nicht mehr von meinem Clavier hinweg, bis die Sonaten durchgespielt waren. Ich spielte mir dieselben unzähligemal vor. Wer mich gründlich kennt, der muß finden, dass ich ihn (Bach) verstanden und fleißig studiert haben.“ C.P.E.Bach sagt später, Haydn „sei der einzige, der seine Schriften ganz verstanden habe und Gebrauch davon zu machen wisse.“
In Bachs Sonaten findet der junge Komponist alle Anregungen, die er für seinen eigenen Stil kammermusikalisch und sinfonisch später ausarbeiten wird: Die melodischen Motive wurden kleingliedrig, die Harmonik raffiniert, abrupte Wechsel auf kleinstem Raum schaffen Überraschung, Er eignet sich verschiedene Stilarten an, die er miteinander kombiniert und lernt die Themen eines Satzes an ein einheitliches motivisches Material zu binden, das erst motivisch-thematische Arbeit ermöglicht. Ein Kompositionsprinzip, das später Beethoven übernehmen sollte.
Haydn schreibt unermüdlich „für Kenner und Liebhaber“. Sein Können spricht sich herum und bald erhält er eine Anstellung als Kammerkomponist bei dem Grafen Morzin, mit 200 Gulden Gehalt und „freyer Wohnung und Kost an der Offizianten-Tafel.“
Mit festen Einkommen und sicherer Stelle kann man in dieser Zeit ernsthaft ans Heiraten denken: Doch Therese Keller, in die er sich verliebt hatte, wurde von ihren Eltern zur Nonne bestimmt. Haydn, selbst gläubiger Katholik fügt sich dem Entschluß der Eltern, die ihm die Tochter verweigern. Und nimmt statt dessen deren zweite Tochter, Anna Maria zur Frau. Liebe scheint auf beiden Seiten nicht im Speil gewesen zu sein: „und daher war ich auch gegen die Reize anderer Frauen immer weniger gleichgiltig.“ Sie soll boshaft Haydns Notenblätter für Haarwickel und Pastetenunterlagen verwendet haben. Kein Wunder, dass sie uns in einem Kanon so überliefert wird:
„Ein einzig böses Weib gibt’s höchstens in der Welt, Nur schlimm, daß jeder seins für dieses einz’ge hält.

Der Stimmbruch setzt der Karriere eines Sängerknaben ein natürliches Ende. Bei Haydn ist es etwa mit dem „18ten jahr meines alters“ vorbei. Er bezieht, dank der Unterstützung eines Wiener Kaufmanns, ein Zimmer nahe dem Burgtheater in Wien und beginnt mit dem Studium theoretischer Standardwerke in Sachen Kompositionslehre: Der „Gradus ad Parnassum“ von Fux gehört dazu ebenso wie der „Vollkommene Kapellmeister“ von Mattheson.

Den größten Einfluß aber haben das Buch „Versuch, über die wahre Art, das Clavier zu spielen“ und die Clavier-Sonaten von Carl Phillipp Emanuel Bach„Da kam ich nicht mehr von meinem Clavier hinweg, bis die Sonaten durchgespielt waren. Ich spielte mir dieselben unzähligemal vor. Wer mich gründlich kennt, der muß finden, dass ich ihn [Bach] verstanden und fleißig studiert haben.“ C.P.E.Bach sagt später, Haydn „sei der einzige, der seine Schriften ganz verstanden habe und Gebrauch davon zu machen wisse.“

In Bachs Sonaten findet der junge Komponist alle Anregungen, die er für seinen eigenen Stil kammermusikalisch und sinfonisch später ausarbeiten wird: Die melodischen Motive werden kleingliedrig, die Harmonik raffiniert, abrupte Wechsel auf kleinstem Raum schaffen Überraschung. Er eignet sich verschiedene Stilarten an, die er miteinander kombiniert und lernt, die Themen eines Satzes an ein einheitliches motivisches Material zu binden – die Voraussetzung für motivisch-thematische Arbeit überhaupt. Ein Kompositionsprinzip, das später Beethoven übernehmen wird.

Haydn schreibt unermüdlich „für Kenner und Liebhaber“. Sein Können spricht sich herum und bald (1757) erhält er eine Anstellung als Kammerkomponist bei dem Grafen Morzin, mit 200 Gulden Gehalt und „freyer Wohnung und Kost an der Offizianten-Tafel“.

Mit festem Einkommen und sicherer Stelle kann man in dieser Zeit ernsthaft ans Heiraten denken: Doch Therese Keller, in die er sich verliebt hatte, war von ihren Eltern zur Nonne bestimmt worden. Haydn, selbst gläubiger Katholik, fügt sich dem Entschluß der Eltern, die ihm die Tochter verweigern. Und nimmt statt dessen deren zweite Tochter, Anna Maria, zur Frau. Liebe scheint auf beiden Seiten nicht im Spiel gewesen zu sein: „und daher war ich auch gegen die Reize anderer Frauen immer weniger gleichgiltig“. Anna Maria soll boshaft Haydns Notenblätter für Haarwickel und Pastetenunterlagen verwendet haben. Kein Wunder, dass sie uns in einem Kanon so überliefert wird:

„Ein einzig böses Weib gibt’s höchstens in der Welt,
Nur schlimm, daß jeder seins für dieses einz’ge hält“.

Während die Ehe trotz aller Widrigkeiten ein Leben lang hält, ist Haydns Bleiben bei dem Grafen nur von kurzer Dauer. Denn dieser muß aus Finanzgründen seine Hofkapelle auflösen. Und so ist der Komponist frei für die Stelle des Vizekapellmeisters am Hofe des Fürsten Esterházy, einer der wohlhabendsten Familien im Heiligen Römischen Reich. Der junge Komponist, hochbegabt und motiviert, mit hervorragender Bildung, der nach selbständigen, verantwortungs- vollen Aufgaben nur so lechzt, wird die nächsten 30 Jahre seines Lebens dort verbringen.

joseph-haydn

Schloß Esterházy – Joseph Haydn
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