Der erste der „Greatest Hits”

 

Händel hat mit seiner Oper Rinaldo in London enormen Erfolg, doch bereits nach der zweiten Aufführung, die wie die erste ausverkauft war, setzt sich der Direktor der Oper, Owan MacSwiney, mit den gesamten Einnahmen nach Italien ab. Bühnenbild und Kostüme, ganz zu schweigen von den Honoraren der Sänger waren nicht bezahlt und niemand da, der sich dafür zuständig fühlt!
Anders als heute war ein Opernhaus damals keine städtische Einrichtung, sondern ein freies Unternehmen, so dass den Sängern nichts weiter übrig blieb, als weiter zu singen und dafür zu sorgen, dass mit weiteren Vorstellungen das Geld hereinkam. Vor allem ist der Erfolg einer Oper – wenn auch indirekt – abhängig vom Königshaus: ohne dessen Wohlwollen bliebe ein großer Teil des Publikums aus, das Geld in die Kassen bringt.
Königin Anne stirbt 1714 und ihr Nachfolger wird eben jener Kurfürst, den Händel in Hannover sitzen gelassen hatte! Als George I. betritt er den englischen Thron. Händel hat Grund genug, mindestens ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn nicht die Angst, für immer in Ungnade gefallen zu sein. Es liegt nicht nur sein Schicksal, sondern das der gesamten Operntruppe am Haymarket von der Gunst des Herrschers ab.
Daher bietet Händel dem neuen König als untertänigstes Geschenk eine Komposition an, mit der er alles wieder gutmachen will, die Wassermusik. 
„Man schlug dem König ein Lustfahrt zu Wasser vor. Händel bekam Wind davon und [arrangierte] eine geschickte Musik zu dem Ende anzustellen. Er selbst führte sie auf, ohne daß es der König wußte; der sich darüber sowol verwunderte als ergetzte. Ihre Majestät verlangte Bericht, von wem solches herrührte? Der Baron brachte den Verbrecher zum Vorschein. […] Händel kam aufs Neue in Gnaden, und seine Musik ward mit Ausdrückeungen königlichen Beyfalls bedacht. Zum Zeichen dessen gefiel es dem Könige, noch ein Gehalt von 1000 Reichsthalern Jährlich für [Händel] auszusetzen.” (Mainwaring, Biograph Händels)
Egal, ob die Geschichte stimmt, oder nicht, die Wassermusik zählt heute noch zu den „Greatest Hits” Händels.

Händel hat mit seiner Oper Rinaldo in London enormen Erfolg, doch bereits nach der zweiten Aufführung, die wie die erste ausverkauft ist, setzt sich der Direktor der Oper, Owan MacSwiney, mit den gesamten Einnahmen nach Italien ab. Bühnenbild und Kostüme, ganz zu schweigen von den Honoraren der Sänger sind nicht bezahlt und niemand da, der sich dafür zuständig fühlt!

Anders als heute war ein Opernhaus damals keine städtische Einrichtung, sondern ein unabhängiges Unternehmen, so dass den Sängern nichts weiter übrig bleibt, als weiter zu singen und dafür zu sorgen, dass mit weiteren Vorstellungen das Geld hereinkommt. Vor allem ist der Erfolg einer Oper – wenn auch indirekt – abhängig vom Königshaus: ohne dessen Wohlwollen bleibt ein großer Teil des Publikums aus, das Geld in die Kassen bringt.

Königin Anne stirbt 1714 und ihr Nachfolger wird eben jener Kurfürst, den Händel in Hannover sitzen gelassen hatte! Als George I. betritt er den englischen Thron. Händel hat Grund genug, mindestens ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn nicht die Angst, für immer in Ungnade gefallen zu sein. Es liegt nicht nur sein Schicksal, sondern das der gesamten Operntruppe am Haymarket von der Gunst des Herrschers ab.

Daher bietet Händel dem neuen König als untertänigstes Geschenk eine Komposition an, mit der er alles wieder gutmachen will, die Wassermusik

„Man schlug dem König ein Lustfahrt zu Wasser vor. Händel bekam Wind davon und [arrangierte] eine geschickte Musik zu dem Ende anzustellen. Er selbst führte sie auf, ohne daß es der König wußte; der sich darüber sowol verwunderte als ergetzte. Ihre Majestät verlangte Bericht, von wem solches herrührte? Der Baron brachte den Verbrecher zum Vorschein. […] Händel kam aufs Neue in Gnaden, und seine Musik ward mit Ausdrückungen königlichen Beyfalls bedacht. Zum Zeichen dessen gefiel es dem Könige, noch ein Gehalt von 1000 Reichsthalern Jährlich für [Händel] auszusetzen.” (Mainwaring, Biograph Händels)

Egal, ob die Geschichte stimmt, oder nicht, schön ist sie allemal und die bild-2_06 Hornpipe aus der Wassermusik zählt heute noch zu den „Greatest Hits” Händels.

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