Krieg oder Krise, Tod oder Teufel?

14. – 15. Jahrhundert

Genauso wie Historiker behaupten, es habe schon immer im Verlauf der Geschichte Kriege um Land und Vorherrschaft gegeben, so gab es auch schon immer eine gefühlte Wahrnehmung. Die faßte schon nach erstaunlich kurzer Zeit die andauernden Konflikte zwischen England und Frankreich unter dem Begriff „Hundertjähriger Krieg“ zusammen. Auch wenn nicht ununterbrochen gekämpft wurde, wurden vermutlich die Auseinandersetzungen so erlebt, wie wir die Kämpfe im Nahen und Mittleren Osten sehen: als eine ununterbrochene Kette von Anschlägen und Kämpfen.

Brandschatzen, Verwüsten, Morden und Plündern waren damals wie heute an der Tagesordnung. Zeit, Muße und vor allem auch Geld für die Kunst bleibt da kaum.

Kriegerische Auseinandersetzungen liegen immer in der Hand der Landesherren, damals wie heute. Doch dann ereignete sich etwas, was keiner ahnen konnte und dem Alt und Jung, Arm und Reich gleichermaßen ausgesetzt war: 

die Pest kam über Europa

Vom Schwarzen Meer aus kam der Schwarze Tod. Über Konstantinopel erreichte er Sizilien, Pisa dann Norditalien. Von da aus verbreitete er sich über ganz Nordeuropa. Ganze Landstriche wurden entvölkert, in manchen Städten betrug die Todesrate bis zu 70%. Insgesamt kostete die Seuche etwa 25 Millionen Menschen das Leben, einem Drittel der Bevölkerung des gesamten Abendlandes. 

„Im Oktober 1348 bat Philipp VI. die medizinische Fakultät der Universität von Paris um einen Bericht. Mit gründlicher These, Antithese und Beweisführung machten die Ärzte eine Dreierkonstellation aus Saturn, Jupiter und Mars verantwortlich, die in einen 40-Grad-Winkel zu Aquarius getreten sei. Das Urteil der Pariser Gelehrten wurde als offizielle Begründung für die Seuche anerkannt.“ (Chronik)

Wer konnte, ließ es sich gut gehen, solange er lebte und so  „nahmen die Menschen von draußen, von Tod und Krankheit, keinerlei Notiz, sondern unterhielten sich mit Musik und ähnlichen Zerstreuungen, die ihnen zu Gebote standen.“ (Matteo Villani, Florentiner Chronist)

Erstaunlicherweise blieben manche Landstriche von der Seuche nahezu verschont, so z. B. die Gebiete der heutigen Niederlande und Belgiens. Genau dort sollte die Musik ihre nächste Blüte entfalten. 

 

Advertisements

0 Responses to “Krieg oder Krise, Tod oder Teufel?”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 1 Follower an


%d Bloggern gefällt das: